Das große Ganze
Aber es gab auch Probleme. Immer neues Zeug wurde erfunden und gebaut, das eine passte nicht zum anderen, es musste wieder eine Ordnung her. Die deutsche DIN Norm schaffte dann zwar schnell Klarheit, aber damit gab es auch wieder eine Vorschrift, die Schleusen waren geöffnet. Jetzt hagelte es Verordnungen und Vorschriften, raffinierter und gründlicher als jemals zuvor. Begriffe wie Eindeutigkeit, Genauigkeit und Intoleranz gewannen wieder Oberhand, bald darauf fingen die Deutschen sogar an, einem einzigen Führer zu glauben, was sie eigentlich noch nie gemacht hatten. Diesmal gab es nicht bloß einen Riesenkrach, sondern eine Riesenkatastrophe. Die Deutschen legen wieder den Schalter um. Anstelle von Ordnungswahn, Regulierungssucht und Autoritätshörigkeit traten jetzt wieder Renitenz und Pluralismus in den Vordergrund. An das eigene Land, die eigene Nation konnte man also auch nicht mehr glauben. Da blieb noch der Fortschritt, jedenfalls so lange er noch ein Stückchen Wald und ein bisschen Holzvertäfelung für das Armaturenbrett übrig lässt. Wirtschaftswunder und Internationalisierung erfassen nun Land und Leute, viele brechen auf in die Ferne, aber das Brot im Ausland schmeckt schlecht. Überhaupt, der Fortschritt war ganz schön brutal, da brandet die alte Sehnsucht wieder auf. Als dann das Wort vom Waldsterben die Runde machte, musste das Heiligste der Germanen von Werkeldeutschen, Ordnungsdeutschen und Zweifeldeutschen gemeinsam gerettet werden. Die Umwelt war geboren.




