Grübeln und Werkeln
In Deutschland herrschte damals ein ständiges Kommen und Gehen, nirgends war ein sicherer Raum, in den man sich zurückziehen konnte. Die Deutschen zogen sich wieder in ihren inneren Wald zurück, schlugen die Zeit mit Grübeln tot. Das war auf die Dauer ein bisschen fad, man will ja schließlich etwas machen, wenn man nur wüsste, was denn sinnvoll ist. Niemand konnte diese Frage beantworten. So entwickelte sich aus dem Grübeln das Tüfteln und schließlich das Werkeln, eine Form spielerischen Bastelns aus interesselosem Wohlgefallen. Das war ein entscheidender Moment. Während das Grübeln bis dahin nur die Fragen vermehrt, die Zweifel genährt hatte, produzierte es nun plötzlich Dinge, die man vorher noch nie gesehen hatte, zum Beispiel den Buchdruck oder den Dübel, die Kehrmaschine und sogar Sinfonien. Das Wetter war ja eh schlecht, und so saß man unbehelligt von der Unordnung der äußeren Welt abends gemütlich in seinem Winkel, werkelte vor sich hin und war glücklich. Jeder machte, was er wollte, es gab keine Vorschriften, wunderbar. Millionen Dinge wurden nun erfunden und gebaut, einfach aus Langeweile und Spielfreude, aus Innerlichkeit und Phantasie. Man schnitzte sich seine Sachen zu Recht, wie man es halt brauchte, oder ging einfach in den nächsten Baumarkt. Werkzeuge und Maschinen aus Deutschland waren bald weltberühmt, Namen wie Bosch oder Kärcher kannte jedes Kind.




