ZEDELWERK
Metropolen 2020 - Laboratorien der Moderne
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  1. Der globalisierte Wettbewerb findet nicht zwischen Nationen oder Bundesländern statt, sondern einerseits zwischen Unternehmen und andererseits zwischen Metropolen. Alte Hierarchiekategorien – lokal, regional, national, global – greifen nicht mehr. Das Lokale interagiert heute direkt mit dem Globalen, das Globale installiert sich in lokalen Zusammenhängen, und das Globale wird durch viele lokale Zusammenhänge gebildet.
  2. Telekommunikation und Globalisierung haben sich zu grundlegen-den Gestaltungskräften für die Organisation des urbanen Raumes entwickelt. Es bilden sich transnationale Netzwerke zwischen den Metropolen heraus.
  3. Die mächtigsten dieser neuen Geographien von Zentralität auf inter-urbaner Ebene verbinden die bedeutenden internationalen Finanz- und Geschäftszentren miteinander: New York, London, Tokio, Paris, Frankfurt, Zürich, Amsterdam, Los Angeles, Sydney, Hongkong, Shanghai, Sao Paulo und Mexiko City.
  4. Die Geographie der Globalisierung enthält sowohl eine Dynamik der Streuung, aber auch eine Dynamik der Zentralisierung. Es ist gerade der massive Trend zur räumlichen Streuung von Wirtschaftsaktivitäten auf metropolitaner und globaler Ebene, der dazu führt, dass neue Formen der territorialen Zentralisierung von Topmanagement- und Kontrollfunktionen benötigt werden. Von digitaler Auflösung zentraler Strukturen durch das Internet kann also gar keine Rede sein. Die Empirie zeigt: Das Gegenteil ist der Fall.
  5. Die globalen Finanzplätze bieten heute das schlagende Beispiel für das Zusammenspiel einer weltweiten, grenzüberschreitenden Dynamik und konkreter territorialer Standorte. Die Transaktionen auf dem globalen Finanzmärkten sind auf jährlich 75 Billionen Euro gewachsen und sind in Telekommunikationssystemen eingebettet, die eine sofortige Übertragung von Geld und Informationen rund um den Globus ermöglichen.
  6. Diesem Aspekt ist bekanntlich sehr viel Aufmerksamkeit gewidmet worden. Was aber im euphorischen Diskurs über digitale Globalisierung übersehen wurde, ist die Tatsache, dass die globale Kommunikation erst ihre materiellen Voraussetzungen schaffen muß.
  7. Es bildet sich eine neue Topographie der Wirtschaftstätigkeit heraus, die sich zwischen physischem und digitalen Raum hin und her bewegt. Es gibt heute noch kein vollständig digitalisiertes Unter-nehmen. Selbst das Finanzgewerbe, das am stärksten digitalisiert, dematerialisiert und globalisiert ist, weist eine Topographie auf, die zwischen tatsächlichem und digitalem Raum wechselt. Auch das digitale Gewerbe setzt an bestimmten Punkten seiner Operationen immer wieder auf dem Boden auf.  
  8. Und dafür bieten die Global Cities mit ihren neuen Formen der Zentralität die idealen Plattformen: Sie sind die Knotenpunkt für den wachsenden Bedarf an Steuerungsfunktionen und hochspezialisier-ten Dienstleistungen. Unternehmenszentralen, die in einer Vielzahl von Ländern operieren, brauchen die Metropolen und ihre Netzwerke von Finanzdienstleistern, Rechtsberatern, Steuer- und Bilanzsachverständigen und Werbeagenturen, die die Komplexität eines grenzüberschreitenden und somit mit verschiedenen Rechtssystemen, Werbekulturen etc. konfrontierten Unternehmensbetrieb bewältigen.

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